Projektbericht des Vertiefungsprojektes in dem Studiengang Ökologie und Umweltplanung (WS16/17 - SS17)


Glossar

Abscisinsäure

Abscisinsäure ist ein Phytohormon, welches die pflanzliche Wasserbalance regelt.

Larcher, W., 1994: Ökophysiologie der Pflanzen. 5.A., Verlag Eugen Ulmer Stuttgart, 255 ff.

Albedo

Die Albedo gibt das Verhältnis zwischen einfallender und reflektierter Strahlung an, ist also das Maß für die Reflektivität einer Oberfläche. Die Albedo hängt von Material und Farbe der Oberfläche sowie der Wellenlänge und dem Einfallswinkel der Strahlung ab. Albedo = 1 bedeutet, dass alles reflektiert wird. Albedo = 0 heißt, dass kein Licht reflektiert wird. Das wäre bei einer perfekt schwarzen Oberfläche der Fall.

Errel, E., Pearlmutter, D., Williamson, T. 2011: Urban microclimate: Designing the spaces between buildings. Earthscan, London; Washington.
Kuttler, W. (Hrsg.), 2009: Klimatologie. 1. Auflage 2008, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn, 260.

Autochthone Wetterlage

Man spricht von einer autochthonen Wetterlage bei einer bewölkungsarmen und windschwachen Wetterlage.

Deutscher Wetterdienst (Hrsg.), o.J.: Lexikon. URL: www.dwd.de/lexikon

Bedeckungsgrad

Der Bedeckungsgrad (engl. Leaf Area Density, Abk. LAD) stellt das Verhältnis der vom Laubdach überdeckten Fläche zur Bestandsgrundfläche dar (Helmschrot 1999) und variiert daher zwischen 0 und 1. Oft wird er auch als prozentualer Bedeckungsgrad, also als der Anteil der Bestandsgrundfläche, der lückenlos durch photosynthetisch aktives Material überdeckt ist, angegeben und variiert dann zwischen 0% und 100%.

Elvidge & Chen (Hrsg.), 1995: Comparison of Broad-Band and Narrow-Band Red and Near-Infrared Vegetation Indices. In: Remote Sens. Environment 54, 38 - 48.
Helmschrot, J. (Hrsg.), 1999: Integration von Fernerkundung, GIS und empirischer Geländeaufnahme zur Parametrisierung physiographischer Faktoren für die distributive hydrologische Modellierung. Eine Fallstudie im semiariden Flußeinzugsgebiet des Umzimvubu, Ostkap Provinz, Südafrika. Diplomarbeit, Institut für Geographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena (unveröffentlicht), 144 S.

Blattflächenindex

Der Blattflächenindex (engl. Leaf Area Index, Abk. LAI) entspricht der Belaubungsdichte. Er beschreibt das Verhältnis der gesamten Blattoberfläche eines Bestandes zur gesamten Bestandsgrundfläche.
Existieren keine Blätter oder Nadeln beträgt der LAI = 0, entspricht die Blattfläche der horizontalen Bodenfläche ist er = 1, ist die Blattfläche doppelt so groß wie die Bodenfläche ist er = 2 usw. Der maximale Wert des LAI beträgt 16 und wird in den immergrünen Wäldern der Westküste der USA erreicht. Bei einem LAI > 1 sind nicht mehr alle Blätter bzw. Nadeln von oben zu sehen.

Kuttler, W., 2013: Klimatologie. 2., aktualisierte und erg. Aufl., Paderborn: Schöningh.
Wohlrab, B. (Hrsg.), 1992: Landschaftswasserhaushalt - Wasserkreislauf und Gewässer im ländlichen Raum. Veränderungen durch Bodennutzung, Wasserbau und Kulturtechnik. Paul Parey Verlag, Hamburg u. Berlin, 352.

Bodenverdichtung

Bodenverdichtung entsteht durch zu starken Druck auf das Bodengefüge, wodurch sich die Bodenstruktur ändert und das Porenvolumen sowie der Wasserfluss verringert wird.

Wessolek, G. & Facklam, M., 1997: Standorteigenschaften und Wasserhaushalt von versiegelten Flächen. Zeitschrift für Pflanzenernährung und Bodenkunde 160 (1), 41 - 46.
Streckenbrach M., 2009: Interaktion zwischen Wurzeln und unterirdischer technischer Infrastruktur – Grundlagen und Strategien zur Problemvermeidung. Dissertation Ruhr-Universität Bochum, 9.

Bodenversiegelung

Bodenversiegelung bedeutet, dass die Bodenoberfläche luft- und wasserdicht abgedeckt ist, zum Beispiel mit Asphalt.

Umweltbundesamt, 2013: Bodenversiegelung. URL: http://www.umweltbundesamt.de/daten/bodenbelastung-land-oekosysteme/bodenversiegelung (Abruf 04.01.2017)

Bodenwärmestrom

ist die Wärmemenge, die pro Sekunde durch eine Einheitsfläche transportiert wird. Er ist abhängig von der Wärmeleitfähigkeit und der Wärmekapazität des Bodens.

Lexikon der Geowissenschaft 2001: Bodenwärmestrom. Spektrum Akademischer Verlag: Heidelberg.

CAM-Pflanze

Pflanzen die starken Wasserverlust vermeiden, indem sie tagsüber ihre Stomata geschlossen halten und nur nachts öffnen, damit CO2 ins Blattinnere gelangen kann und somit für die CO2-Fixierung zur Verfügung steht.

Kompaktlexikon der Biologie 2001: CAM-Pflanzen. Spektrum Akademischer Verlag: Heidelberg.

Clipping

Unter Clipping versteht man die räumliche Extraktion von physischen Einheiten, die sich innerhalb der Grenzen eines Polygons befinden, aus einer GIS-Datei.

Kappas, M., 2001: Geographische Informationssysteme. Westermann Schulbuchverlag, Braunschweig, 10, 186-187, 259.

Dichte der Oberflächenbedeckung

Die Dichte der Oberflächenbedeckung (eng.: Packing of roughness features) ist die zweite Komponente zur Bildung der Klassen einer LCZ-Klassifizierung, wobei die Dichte der Oberflächenbedeckung ermittelt wird.

Stewart, I. D., Oke, T., & Krayenhoff, E. S. (2014). Evaluation of the “local climate zone” scheme using temperature observations and model simulations. International Journal of Climatology, 34(4), S. 1062-1080

Evaporation

Als Evaporation wird der Wasserverlust an der Oberfläche bezeichnet, der durch den Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand ohne Mitwirkung eines Lebewesens erfolgt.

Deutscher Wetterdienst (Hrsg.), o.J.: Lexikon. URL: www.dwd.de/lexikon

Evapotranspiration

Summe aus Evaporation und Transpiration, eine sehr komplexe Größe, die nur mit aufwändigen Verfahren einigermaßen genau bestimmt werden kann.

Lexikon der Geographie 2001: Evapotranspiration. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. URL: www.spektrum.de/lexikon/geographie/evapotranspiration/2259

Extrazellulär

Extrazellulär bedeutet, das sich etwas außerhalb einer Zelle befindend.

Brunold, C., Rüegsegger, A., Brändle, R., 1996: Stress bei Pflanzen. Bern Stuttgart Wien, 19, 22.

Fernerkundung

„Die Fernerkundung ist die Gesamtheit der Verfahren zur Gewinnung von Informationen über die Erdoberfläche oder anderer nicht direkt zugänglicher Objekte durch Messung und Interpretation der von ihr ausgehenden (Energie-) Felder. Als Informationsträger dient dabei die reflektierte oder emittierte elektromagnetische Strahlung.“

Deutsches Institut für Normung e. V. (DIN) 2017, DIN 18716, 3.

Fühlbare Wärme

Die fühlbare Wärme der Luft wird durch ihre Temperatur bestimmt, sie lässt sich direkt spüren.

Deutscher Wetterdienst (Hrsg.), o.J.: Lexikon. URL: http://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=102936&lv3=103040

Habitat

ist der Lebensraum eines Organismus. Bei Pflanzen wird dieser auch als Standort bezeichnet.

Nentwig, W., Bacher, S., Beierkuhnlein, C., Brandl, R., & Grabherr, G., 2004: Ökologie. 1. Aufl. ed., Spektrum Akad. Verl, Heidelberg [u.a.]: 49.

Himmelsichtfaktor

Verhältniswert zwischen der Fläche des real sichtbaren Himmels und des potentiell sichtbaren Himmels.

Sukopp, H., Wittig, R. 1998: Stadtökologie. Ein Fachbuch für Studium und Praxis. 2.Auflage, G. Fischer, Stuttgart; Jena; Lübeck; Ulm.

Höhe der Rauheitsmerkmale

Die Höhe der Rauheitsmerkmale (eng.: Height of roughness featuers) ist die erste Komponente bei der Gebäude und Vegetation nach ihrer Höhe klassifiziert werden.

Stewart, I. D., Oke, T., & Krayenhoff, E. S. (2014). Evaluation of the “local climate zone” scheme using temperature observations and model simulations. International Journal of Climatology, 34(4), S. 1062-1080.

Interpolation

Interpolation ist eine Methode, welche annimmt, dass Messungen an nah aneinander liegenden Messpunkten oft ähnlichere Messwerte aufweisen als Messpunkte mit größerer Distanz. Dies würde bedeuten, wenn bspw. zwei Punkte die gleiche Höhe über NN bei geringer Entfernung haben, dann weisen Punkte mit größeren Entfernungen über Kilometer keine vergleichbare Höhe über NN auf.

Kappas, M., 2001: Geographische Informationssysteme. Westermann Schulbuchverlag, Braunschweig, 10, 186-187, 259.

Interzeption

ist das Abhalten des Niederschlages auf Vegetation.

Kuttler, W., 2013: Klimatologie. 2., aktualisierte und erg. Aufl., Paderborn: Schöningh.

Inverse Distance weighting

Allgemeine Idee des Inverse Distance weighting (IDW) beruht auf der Annahme, dass ein Punkt ohne Messung ähnliche Werte aufweist wie seine Nachbarpunkte. Auf diese Weise werden Werte an nicht beobachteten Punkten in der Nähe eines gemessenen Punktes zugewiesen. Das Gewicht des verwendeten linearen Schätzers ist proportional zur Umkehrfunktion des Abstandes zwischen dem verwendeten Messpunkt und dem Vorhersageort.

Lu, G. Y. and Wong, D. W., 2008: An adaptive inverse-distance weighting spatial interpolation technique. Computers & Geosciences 34: 1044–1055.

Kaltluft

Unter lokaler Kaltluft versteht man bodennahe Luft, die kälter als die ihrer Umgebung ist. Kaltluft wird entweder vor Ort auf Grund des Energieumsatzes an der Erdoberfläche gebildet oder durch kleinräumige Zirkulation herantransportiert. Kaltluftentstehung und -abfluss hängen von meteorologischen Verhältnissen, der Flächennutzung sowie von der Geländeform und -exposition ab.

Verein Deutscher Ingenieure, (2003): VDI Richtlinien 3787 Blatt 5.

Klima

„Das Klima ist der langfristige Aspekt des Wetters. Die Elemente des Klimas sind die gleichen wie beim Wetter (Luftdruck, Lufttemperatur, Wind, Bewölkung, Niederschlag, Strahlung und ihr Zusammenwirken). Die Periode, die zur Charakterisierung des meteorologischen Regimes verwendet wird, sollte ausreichend lang sein (mindestens 30 Jahren), um statistisch gesicherte Angaben der verschiedenen Parameter (Mittelwerte, Häufigkeiten, Extreme usw.) zu geben.”

World Meteorological Organization (WMO), 1969: Guide to Climatological Practices. URL: http://www.wmo.int/pages/prog/wcp/ccl/guide/guide_climat_practices.php

Latente Wärme

ist eine an den atmosphärischen Wasserdampf gebundene Energieform, die erst dann als fühlbare Wärme freigesetzt wird, wenn der Wasserdampf kondensiert.

Deutscher Wetterdienst (Hrsg.), o.J.: Lexikon. URL: http://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=102936&lv3=103040

Latenter Wärmefluss

Nicht fühlbare Wärmeenergie, die durch die Umwandlung von Wasser in verschiedene Aggregatphasen (flüssig zu gasförmig bzw. fest zu flüssig) frei wird. Nicht in einer Lufttemperaturänderung zu messen.

Demtröder, W., 2015: Experimentalphysik 1: Mechanik und Wärme. Springer Spektrum; Auflage: 7

Luftturbulenzen

Gesamtheit der in der Atmosphäre ständig und in allen meteorologischen Skalen auftretenden Formen von ungeordneter Wirbelströmung der Luft. Die Turbulenzformen werden nach Genese oder räumlich-zeitlichem Wirkungsbereich unterschieden. Die atmosphärische Turbulenz ist der wichtigste Prozess zum Transport von Eigenschaften (Wärme, Kälte) und Partikeln (Wasser, Wasserdampf, Aerosolen) in der Atmosphäre, welche über die jeweiligen turbulenten Flüsse verbreitet werden und infolge der Durchmischung zum räumlichen Ausgleich von Differenzen führen. 

Blackadar, A.K., 1997: Turbulence and Diffusion in the Atmosphere: Lectures in Environmental Sciences. Springer, Berlin.

Mikroklima

Unter Mikroklima versteht man einerseits die klimatischen Bedingungen in Bodennähe bis zu einer Höhe von zwei Metern andererseits auch die klimatischen Prozesse, die sich sowohl räumlich als auch zeitlich erstrecken. Es findet statt bei einer Ausdehnung zwischen 1 m2 und 1 km2.

World Meteorological Organization (WMO), 2008: Guide to Meteorological Instruments and Methods of Observation. WMO-NO.8, 25.
Häckel, H., & Uni-Taschenbücher GmbH., 2016: Meteorologie. 8., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage ed., BV000895355 Band 1338, 320.

Mikrometeorologie

Mikrometeorologie beschäftigt sich damit, Untersuchungen in kleinräumigen Orten von ca. einem km2 in kürzeren Zeiteinheiten durchzuführen.

Foken, T., 2006: Angewandte Meteorologie, Mikrometeorologische Methoden. 2. überarb. u. erw.,Springer-Verlag, 1 - 22.

Nekrotisieren

Das Absterben von Gewebe in einem lebendem Organismus

Turner, L.B., 1991: The effect of water stress on the vegetative growth of white clover (Trifolium repens L.): comparison of long-term water deficit and a short term developing water stress. Journal of Experimental Botany, 42, 311 - 316.

normalisierter differenzierter Vegetationsindex - NDVI

Ein Maß für die Vitalität der Vegetation ist der, den man durch arithmetische Operationen aus Daten geeigneter Spektralkanäle ableitet. Der am meisten verwendete ist der normalisierte differenzierte Vegetationsindex. Er verknüpft Daten im nahen Infrarot, (NIR) auf die sich die Vitalität der Vegetation besonders auswirkt, mit Daten im roten Spektralbereich (ROT), in dem dies nicht der Fall ist:
NDVI = NIR - ROT / NIR + ROT
Die Normierung führt dazu, dass nur Werte zwischen -1 und +1 vorkommen können.

Albertz, J. (Hrsg.), 2009: Einführung in die Fernerkundung – Grundlagen der Interpretation von Luft- und Satellitenbildern. 4.Auflage, WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft): Darmstadt, 254.

Oberflächenmaterial

Das Oberflächenmaterial (eng.: Surface Cover Around Roughness) ist die dritte Komponente und bewertet das Material der Oberfläche rund um das Landschaftsobjekt.

Stewart, I. D., Oke, T., & Krayenhoff, E. S. (2014). Evaluation of the “local climate zone” scheme using temperature observations and model simulations. International Journal of Climatology, 34(4), S. 1062-1080.

Phytohormon

Phytohormone sind Signalstoffe im Organismus einer Pflanze.

Larcher, W., 1994: Ökophysiologie der Pflanzen. 5.A., Verlag Eugen Ulmer Stuttgart, 255 ff.

Photosyntheserate

experimentell zu bestimmende Abhängigkeit der Photosynthese von Umweltfaktoren wie Licht, Temperatur oder der CO2-Konzentration.

Lexikon der Biologie, 1999: Photosyntheserate. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. URL: www.spektrum.de/lexikon/biologie/photosyntheserate/51372

Predicted Mean Vote (PMV)

Vorhergesagter Mittelwert, gibt anhand einer psychophysischen Skala denjenigen Prozentsatz einer Personengruppe an, der sich bei Exposition entsprechender thermischer Bedingungen subjektiv unbehaglich fühlt.

Lexikon der Geographie, 2001: Predicted Mean Vote. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. URL: www.spektrum.de/lexikon/geographie/predicted-mean-vote/6206

Regionalklima

tritt auf bei einer Ausdehnung von einigen Tausend km2. Hier finden die meisten geländebedingten Klimabesonderheiten statt.

Häckel, H., & Uni-Taschenbücher GmbH., 2016: Meteorologie. 8., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage ed., BV000895355 Band 1338), 320.

Sensibler Wärmefluss

Fühlbarer Wärmefluss, die bei Zufuhr oder Abfuhr zu einer Änderung der Temperatur führt.

Demtröder, W. 2015: Experimentalphysik 1: Mechanik und Wärme. Springer Spektrum; Auflage: 7.

Shapefiles

Shapefiles bieten ein einfaches, nicht topologisches Format zum Speichern der geographischen Position und der Attributinformationen von geographischen Objekten. Geographische Objekte in einem Shapefile können als Punkte, Linien oder Polygone (Flächen) dargestellt werden.

ARCGIS – ESRI 2016: Was ist ein shapefile?. URL: http://desktop.arcgis.com/de/arcmap/10.3/manage-data/shapefiles/what-is-a-shapefile.htm (Abgruf 29.07.2017).

Sky view factor

Stadthindernisschicht

Schicht der Stadtatmosphäre die vom Boden bis ca. zur doppelten Gebäudehöhe reicht. Eine sehr heterogene Schicht, die kleinteilig durch die verschiedenen Rauigkeitselemente beeinflusst wird.

Errel, E., Pearlmutter, D., Williamson, T. 2011: Urban microclimate: Designing the spaces between buildings. Earthscan, London; Washington.

Städtische Misschungsschicht

Schicht der Stadtatmosphäre, die über der 3D Geometrie der Stadt liegt. Die Eigenschaften dieser Schicht sind maßgeblich durch die Einflüsse der Stadt geprägt, auch wenn keine Unterschiede zu erkennen sind, sondern sich alle kleinräumigen Verschiedenheiten mischen.

Errel, E., Pearlmutter, D., Williamson, T. 2011: Urban microclimate: Designing the spaces between buildings. Earthscan, London; Washington.

Städtische Wärmeinsel

bezeichnet eine signifikante Zunahme der Oberflächen- und Lufttemperaturen in der Stadt im Vergleich zum Umland. Die „Städtische Wärmeinsel“ ist meistens in windstillen und nicht bewölkten Nächten besonders stark ausgeprägt. Die Temperaturunterschiede zwischen Land und Stadt sind besonders gut im Winter zu beobachten.

Mills, G., 2008: Luke Howard and the climate of London. Weather, 63 (6): 153–157, 156.
Schönwiese, C., 2013: Klimatologie : 31 Tabellen im Text und umfangreicher Tabellenanhang. 4., überarb. und aktualisierte Aufl., Stuttgart : Ulmer, 344.

Stadtklima

ist das durch die Wechselwirkung mit der Bebauung und deren Auswirkungen (einschließlich Abwärme und Emission von luftverunreinigenden Stoffen) modifizierte Klima.
Hauptsächlich beschäftigt sich das Stadtklima mit den „stofflichen und energetischen Wechselwirkungen zwischen der Atmosphäre und dem urbanen Lebensraum“.

World Meteorological Organization (WMO), 1981: Technical regulations. Basic documents No. 2. Vol. 1. WMO-Nr. 49 Geneva.
World Meteorological Organization (WMO), 1983: Comission for Climatology and applications of Meteorology. Abridged final report 8th session. WMO-Nr. 600 Washington DC.
Hupfer, P., Kuttler, W. (Hrsg.), 2006: Witterung und Klima. Eine Einführung in die Meteorologie und Klimatologie. 12., überarbeitete Auflage, Teubner, Stuttgart, Leipzig, 371.

Stomata

Als Stomata werden Spaltöffnungen bei Pflanzen bezeichnet, die den Gasaustausch- und die Transpirationsprozesse ermöglichen.

Kompaktlexikon der Biologie, 2001: Stomata. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. URL: www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/stomata/11339

Strahlungsbilanz

Die Strahlungsbilanz ist die Summe der auf ein Flächenelement auftreffenden kurz- und langwelligen Strahlung abzüglich der von dem Flächenelement ausgehenden Strahlung.
Bei der auf die Erde auftreffenden kurzwelligen Strahlung ist zu unterscheiden zwischen direkter und indirekter Sonnenstrahlung, welche durch Streuung oder Reflexion entsteht und die die Erde aus allen Himmelsbereichen als diffuse Strahlung erreicht.
Die langwellige Strahlung wird auch als Wärmestrahlung oder thermische Strahlung bezeichnet.
Für die Atmosphäre ist die Bilanz negativ, d.h. es wird weniger kurzwellige Sonnenstrahlung absorbiert als langwellige Strahlung abgegeben. Die Erdoberfläche hat eine positive Strahlungsbilanz.

Deutscher Wetterdienst (Hrsg.), o.J.: Lexikon. URL: www.dwd.de/lexikon

Strahlungshaushalt

Als Strahlungshaushalt wird die Bilanz der ein- und ausgehenden Strahlung der Atmosphäre oder des Erdbodens bezeichnet.
vgl. auch Strahlungsbilanz

Deutscher Wetterdienst (Hrsg.), o.J.: Lexikon. URL: www.dwd.de/lexikon

Straßenschlucht

Die Straßenschlucht wird durch die Wände und dem Boden zwischen zwei gegenüberliegenden Häusern gebildet. Der geschlossene Luftraum zwischen ihnen, der auf die Höhe der Dächer begrenzt wird gehört auch zur Straßenschlucht.

Nunez, M.,Oke, T. R. 1977: The Energy Balance of an Urban Canyon. Department of Geography, University of British Columbia, Vancouver, Canada.

Street canyon

Tracerverfahren

Das Verfahren dient dazu das Verhalten von Abflüssen zu erforschen. Es basiert auf einer Konzentrationsmessung eines speziellen Markierungsstoffs. Die Konzentration dieses Markierungsstoffes (es handelt sich vor allem um Farbstoffe oder radioaktive Stoffe) wird in unterschiedlichen Abständen mit Hilfe von Tracern gemessen. So lässt sich nachvollziehen wo der Markierungsstoff, also der Abfluss hinfließt und wie sich die Konzentration dieses Stoffes verändert, also mit welcher Geschwindigkeit dies passiert.

Gudiksen, P. H., Shearer, L. D., 1988: The Dispersion of Atmospheric Tracers in Nocturnal Drainage Flows. Journal of Applied Meterology, 28(7), 602 – 608.

Transpiration

Wasserverdunstung

Kull, U., 2005: Grundriss der Allgemeinen Botanik. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart.

Trockenstress

Trockenstress wird durch Wassermangel in einem Organismus hervorgerufen.

Larcher, W., 1994: Ökophysiologie der Pflanzen. 5.A., Verlag Eugen Ulmer Stuttgart, 255 ff.

UCMap

Englisch für urban climatic Map (urbane Klimakarte); enthält kartografisch abgebildete Informationen zu stadtklimatischen Einflussfaktoren (wie Wärmequellen, Kaltluftentstehungsgebiete, Windströmungen), welche kombiniert und analysiert werden können; einhergehend mit einem Textteil und Empfehlungen für die Stadtplanung; heute zumeist in digitaler Form.

Ren, C., Lau, K. L., Yiu, K. P., Ng, E., 2013: The application of urban climatic mapping to the urban planning of high-density cities: The case of Kaohsiung, Taiwan. Cities, 31, 1 - 16.
Alcoforado, M. J., Andrade, H., Lopes, A., Vasconcelos, J., 2009: Application of climatic guidelines to urban planning: the example of Lisbon (Portugal). Landscape and urban planning, 90(1), 56 - 65.
Verein Deutscher Ingenieure (VDI) (Hrsg.), 1997. VDI 3787.1: Environmental Meteorology-Climate and Air Pollution Maps for Cities and Regions. Berlin: Beuth Verlag.

Urban heat island

Urbanisierungsgrad

Quotient aus urbaner Bevölkerung und Gesamtbevölkerung eines Staates.

Schönwiese, C., 2008: Klimatologie : 31 Tab. im Text. 3., wesentl. verb. und aktualisierte Aufl. ed., Ser. 1793, Stuttgart: Ulmer, 339.

Wärmeabdichtung der Materialien

Wärmeabdichtung der Materialien (eng.: Thermal Admittance of Materials) ist die Vierte und letzte Komponente; beschreibt die materialabhängige Wärmespeicherfähigkeit in zwei Kategorien (schwer (eng.:heavy) u. leicht (eng.: lightweight)).

Stewart, I. D., Oke, T., & Krayenhoff, E. S., 2014: Evaluation of the “local climate zone” scheme using temperature observations and model simulations. International Journal of Climatology, 34(4), S. 1062-1080.

Xylem

Ein Xylem ist ein hölzernes Leitgewebe, welches hauptsächlich dem Transport von Wasser in der Pflanze dient.

Larcher, W., 1994: Ökophysiologie der Pflanzen. 5.A., Verlag Eugen Ulmer Stuttgart, 255 ff.


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