Nächtliche Abkühlung in innerstädtischen Gebieten Berlins

Die bekannteste Eigenheit des Lokalklimas dicht besiedelter Räume ist die "städtische Wärmeinsel", engl. "urban heat island (UHI)". Insbesondere während strahlungsreicher, austauscharmer Wetterlagen (viel Sonne, wenig Wind) sind Innenstadtbereiche nachts deutlich wärmer als ihr Umland. Vor allem im Sommer kann dies zu ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen für Innenstadtbewohner führen.

Um diese Belastungen zu mindern, fokussieren stadtklimatologische Planungen bisher v.a. auf horizontale Austauschprozesse. Entlang sogenannter Kaltluftleitbahnen, auch Frischluftschneisen genannt, soll kühlere Luft in belastete (Innenstadt-) Areale geführt werden.

Casablanca
Ausschnitt des Messaufbaus

Ausgehend von der These, dass auch vertikale Prozesse des Luftaustausches zur Abkühlung überwärmter Innenstadtbereiche beitragen, wurde im Frühjahr 2007 ein Experiment durchgeführt, welches diese These im Grunde überprüfen soll. Zu diesem Zweck wurden für einen Zeitraum von drei Wochen auf dem Stilwerk-Gebäude in Charlottenburg drei automatische Wetterstationen installiert, um mit Hilfe hochfrequenter 3D-Windfeldmessungen und Temperaturmessungen nächtliche Abkühlungsprozesse zu beobachten und räumlich nachzuvollziehen.

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Fachgebiet Klimatologie
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