Dissertation: Klimaanalysekarten für die Stadt- und Raumplanung in Seoul, Südkorea (CAMPUS) (abgeschlossen)

CAMPUS ist Teil einer Dissertation mit dem Arbeitstitel "Integration stadtklimatischer Anforderungen in die räumliche Planung von Seoul, Südkorea". Es handelt sich um eine regionale Klimaanalyse, in welcher Aspekte der Durchlüftung, der Luftqualität sowie der thermischen Situation untersucht werden. Die Berücksichtigung von Klima und Lufthygiene bei der Stadt- und Raumplanung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, die Lebensbedingungen in der Megacity von Seoul mit ca. 11 Mio. Einwohnern (2006) zu erhalten bzw. zu verbessern. Im Großraum Seoul leben ca. 22 Mio Menschen (2006) in einer der drei größten Ballungsräume neben Mexiko-City und Tokyo. Die Einwohnerdichte beläuft sich auf 17090 Personen pro km2.

Landbedeckung der Region Seoul
Landbedeckungsklassifikation

Seoul liegt auf einer gegraphischen Breite von 34°-37° N und einer durchschnittlichen Höhe von 86 m ü.M.. Seoul hat ein gemäßigtes, kontinentales Klima mit feuchten und heißen Sommern unter dem Einfluss des Monsuns von Juni bis September. Die Winter sind kalt im Vergleich zu anderen Städten auf gleicher geographischer Breite. Die Winterzeit fällt deutlich trockener aus, obwohl an durchschnittlich 28 Tagen Schneefälle auftreten. Es bestehen hohe Temperaturdifferenzen zwischen den heißesten Sommertagen und den kältesten Winterperioden. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 1258 mm pro Jahr.

CAMPUS basiert auf dem Konzept und den Methoden einer abgeschlossenen regionalen Klimaanalyse genannt  REKLISO, welche die gleichen Aspekte für das Gebiet Südlicher Oberrhein, Deutschland im Auftrag des Regionalverbandes Südlicher Oberrhein untersuchte. Der in früheren Projekten bereits verwendete und in REKLISO weiterentwickelte Ansatz wird damit zum ersten Mal auf eine asiatische Metropole übertragen, deren Plannungsprozesse sowie -ziele, und damit auch vorherrschende städtische Strukturen, sich von den bisher untersuchten mitteleuropäischen Gebieten deutlich unterscheiden.

In CAMPUS werden lokal- und mesoskalige atmosphäriche Prozesse mittels GIS basierter Modelle und automatisierter, standardisierter Analyse- und Bewertungsverfahren untersucht. Der Einsatz räumlich und zeitlich homogener Daten garantiert eine konstante Informationsdichte im Untersuchungsgebiet. Szenarien mit veränderten Eingangsdaten ermöglichen unter Beibehaltung der Evaluationsschemata eine Abschätzung der klimatischen und lufthygienischen Auswirkungen bei projektierten Landnutzungsänderungen. Diese Vorgehensweise unterstützt die Plannungsbehörden in ihrem Bestreben für eine nachhaltigen Stadtentwicklung zum Wohle der Einwohner dieses schnell wachsenden Ballungsraums. Nachhaltige Entwicklung gewinnt umso stärker an Bedeutung, wenn man die Konsequenzen mit einbezieht, die sich aus einem Klimawandel für die Region Seoul ergeben.

Im zweiten Teil dieser Studie wird ein Vergleich zwischen der planungsrelevanten Gesetzgebung in Deutschland, die maßgeblich dem Einfluss der EU unterliegt, und Seoul, Südkorea durchgeführt. Die koreanische Gesetzgebung wird auf Möglichkeiten zur Implementation von Planungsmaßnahmen hinsichtlich der o.a. klimatischen und lufthygienischen Apekte unterucht. Abschliessend werden Vorschläge für mögliche Regulatorien und Planungsinstrumente in der Stadt- und Freiraumplanung erarbeitet.

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