Prima Campus-Klima!?

Bioklimatische Einordnung und Bewertung lokalklimatischer Bedingungen

am Beispiel des Campus der TU Berlin


Projektbericht des Orientierungsprojektes im Studiengang Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur (3. Semester WiSe 2013/2014)

Vorwort

Der Studiengang Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Berlin sieht im Studienverlauf eine Durchführung von drei Orientierungsprojekten für je ein Semester vor. Diese Orientierungsprojekte müssen in den Bereichen Landschaftsplanung, Landschaftsarchitektur und Ökologie belegt werden. Anschließend folgt ein Vertiefungsprojekt über zwei Semester in einem der drei Bereiche. In den Projekten sollen den Studierenden, unter anderem die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt werden.

In dem Orientierungsprojekt Ökologie lag der Schwerpunkt in diesem Semester auf dem Schreiben wissenschaftlicher Texte, dem korrekten Zitieren, dem Erstellen eines Literaturverzeichnisses, der Projektorganisation, dem Präsentieren von Referaten, der Moderation eines Plenums, Protokollieren und dem Erfassen und Auswerten von Daten. Die Arbeit im Projekt wurde in einer Projektgruppe in einem Plenum geleistet, dabei wurden dessen Elemente in Online-Modulen und Gruppen- oder Einzelreferaten erarbeitet. Neben diesen Inhalten unternahmen die Studentinnen ebenfalls eine Exkursionswoche und sammelten bei Wettermessungen auf dem Campus Charlottenburg der Technischen Universität Berlin praktische Erfahrungen. Zum Abschluss des gesamten Projekts wurde ein Projektbericht erstellt, in dem alle erarbeiteten Arbeitsergebnisse festgehalten wurden.

Der vorliegende Projektbericht wurde im Rahmen des Orientierungsprojektes „Prima Campus-Klima!?“ im Fachgebiet Klimatologie am Institut für Ökologie der Technisches Universität Berlin von Studententinnen des dritten Semesters im Wintersemester 2013|14 verfasst.

Wir danken Herrn Jörn Welsch von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin und Dr. Bernd Stiller, dem Vorsitzenden des Vereins Wettermuseum e.V. in Lindenberg für die interessanten Informationen, Gespräche und Diskussion rund um die Klimatologie und die kompetente Beantwortung aufkommender Fragen.

Humanbioklima in der Praxis

In diesem Kapitel des Projektberichtes werden Dokumente/ Planwerke/ Projekte vorgestellt, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema „Klima“ und speziell dem „Humanbioklima“ in der Planungspraxis befassen.

Dem Humanbioklima wird in vielen Bundesländern und Städten ein besonderer Wert durch ein spezielles Planungsinstrument, Planwerk oder Gutachten/ Klimaanalyse beigemessen.

Bei den vorgestellten Projekten handelt es sich beispielsweise um Handlungskonzepte und Planungshinweise, die sich entweder auf ein bestimmtes Gebiet beziehen oder auch allgemeingültiger gefasst sein können. Sie sind meist an Stadtplaner adressiert und geben Hinweise dazu, wie die Belange des Klimas in der Planung sachgerecht berücksichtigt werden können.

Oder es wurden für Bundesländer Umweltatlanten erstellt, die einen umfangreichen Sachdatenbestand - unter Anderem zum Klima – öffentlich zugänglich machen. Diese Aufbereitung und Bereitstellung von Umweltdaten dient Bürgern und auch Planern zu Informationszwecken.

In anderen Fällen wurden Klimaanalysen durchgeführt und gutachterliche Dokumente erstellt, die im Untersuchungsgebiet beispielsweise Belastungsräume identifizieren. Diese Analysen beruhen meist auf punktuellen Messungen, die durch Modellierungen auf die Fläche übertragen werden; diese Karten können als Basis für die Regional- und Bauleitplanung verwendet werden.

Die unten verlinkten Texte stellen zehn verschiedene Projekte vor: deren Methodik, Urheber und Verbindlichkeit; die Projekte werden in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet und es werden Vor- und Nachteile in Bezug auf andere Projekte sowie deren Bedeutung für die Landschaftsplanung diskutiert.

Synthese
Die Synthese ist die Zusammenführung der verschiedenen Planungsinstrumente und Methoden zur Analyse und Bewertung des Humanbioklimas und soll die zehn Beispiele zusammenfassend darstellen.
Sie wurde anhand folgender Kriterien hergeleitet: Adressaten, Verbindlichkeit der Maßnahmen, Ziel und Zweck, Maßstab sowie Methoden. Verdeutlicht wurde sie anhand einer gemeinsam erstellten Mindmap.

Exkursionswoche
Der thematische Schwerpunkt des Humanbioklimas in der Praxis wurde während der Exkursionswoche neben dem Besuch eines Wettermuseums sowie einem Observatoriums durch den Besuch der Senatsverwaltung Berlin praxisnah vertieft.

Feldstudien

In diesem Abschnitt werden die Ergebnisse der meteorologischen Messungen und Analysen in Form von Fachartikeln präsentiert.
Am 17.12.2013 haben die Projektteilnehmerinnen meteorologische Messungen mit dem Human Meteorological Vehicle (HuMVe) und dem Pyranometer KT 19 durchgeführt und dabei die Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung, Nettostrahlung, kurzwellige Strahlung und Oberflächentemperatur zwischen Sonnenauf- und -untergang erhoben (eine detaillierte Beschreibung der verwendeten Messgeräte sowie des Messaufbaus befindet sich hier). Sowohl diese Messergebnisse als auch die Messergebnisse der Projektgruppe aus dem Sommersemester 2013 flossen in die Analysen zu drei Schwerpunktthemen ein, die verschiedene mikroklimatische Aspekte am Fallbeispiel des TU-Campus beleuchten: Der Artikel „Hot in the City“ beantwortet die Frage, inwiefern der sog. Urban Heat Island (UHI) - Effekt die Aufenthaltsqualität an Standorten auf dem Campus beeinflusst, die zur Erholung genutzt werden. In „Skin City“ wird der Einfluss von Vegetation auf die Oberflächentemperatur des Bodens untersucht und die Auswirkungen auf das Humanbioklima bewertet. Der Beitrag „Where the wind blows“ befasst sich mit den Wirkungen von Vegetation auf den Wind, der durch planerische Maßnahmen dazu genutzt werden kann, das Humanbioklima positiv zu beeinflussen.

Fotos


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Aufbau der Automatischen Wetterstation (AWS)

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Messungen mit dem Human Meteorological Vehicle (HuMVe) und dem KT 19


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