Kopfweiden und Waldmoore – Kulturlandschaft und Klimaschutz am Beispiel des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe

Pflege- und Entwicklungsplan für das Mörickeluch im Hinblick auf eine Eignung als Kohlenstoffdioxidsenke

Vollständiger Text

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Verfasser: David Nissen, Martin Schulz, Josef Langanki

Datum: 20.07.2015

Hinweis: Bei dem vorliegendem Text handelt es sich um eine Studienarbeit im Rahmen eines Studienprojektes und nicht um einen ordentlichen PEP.

Zusammenfassung

Im Folgenden wird eine kurze Zusammenfassung der zentralen Inhalte des obenstehenden ausführlichen Pflege- und Entwicklungsplans gegeben.

Gebietscharakteristik

Das Mörickeluch ist ein Übergangs- und Schwingrasenmoor. Die vorherrschende Vegetation wird gebildet durch ein Torfmoos-Wollgras-Seggenried (Lebensraumtyp 7140). Durch die Seltenheit dieses Lebensraums und das Vorkommen seltener und geschützter Tier- und Pflanzenarten (z.B. Mooreidechse, Sumpfporst, Sumpf-Bärlapp) ist das Gebiet geschützt durch den Anhang I der europäischen FFH-Richtlinie.
Der ehemalige Entwässerungsgraben ist bereits wieder verfüllt, ein das Moor durchschneidender Damm besteht immer noch. Dieser bildet einen potenziellen Gefährdungsfaktor hinsichtlich Wasserhaushalt und Bodenverdichtung.

Erfassung und Bewertung der Eignung als Senke für Treibhausgase

Das Potenzial als Treibhausgassenke wurde mithilfe des GEST Verfahrens erfasst (vgl. Kapitel 4). Laut dieser Methode ist das Moor aus Sicht des Klimaschutzes derzeit in einem günstigen Zustand: So speichert es jedes Jahr 2,55 Tonnen CO2 -Äquivalent. Die Werte sind indirekt über die vorherrschende Vegetation abgeleitet. Zur Verifizierung der Werte und zur Weiterentwicklung des GEST Verfahrens wird daher ein Monitoring der THG-Flüsse und des Wasserstandes empfohlen.
2,55 Tonnen sind kein hoher Wert - Dieser Umstand ist der geringen Flächengröße des Moores geschuldet. Damit das BR eine bedeutende Rolle im Klimaschutz einnehmen kann, sollte auf die kumulative Wirkung weiterer Moore gesetzt werden. Deren THG-Emissionen sollten ebenfalls inventarisiert werden.

Ziele, Konflikte, Maßnahmen

Relevant für die Aufrechterhaltung dieser Speicherfunktion ist der Wasserstand. Wir empfehlen daher aus mehreren Gründen, den derzeitigen Wasserstand aufrechtzuerhalten. Es ist wichtig, Synergien und Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Zielen aufzuzeigen. Ein gleichbleibender Wasserstand wäre sowohl zum Klimaschutz, wie auch zum Erhalt der Lebensräume mit entsprechend besonderer Artenausstattung sinnvoll. Gerade die Lebensraumfunktion ist aufgrund der Schutzgebietsausweisung als FFH-Gebiet extrem wichtig. Jede Änderung des Wasserstandes wäre mit dem Risiko verbunden, den wertvollen Lebensraum Waldmoor zu zerstören. Die Analyse des Mörickeluchs hin auf die Kohlenstoffspeicherungsfunktion, liefert nun noch weitere Gründe für den Schutz des Lebensraums. Die Funktion als CO2-Senke beeinträchtigt die Lebensraumfunktion in keinster Weise, wenn die Wasserstände ca. 20-30 cm unter Mooroberkante gehalten werden. Vielmehr erfüllt der günstige Wasserstand mehrere Ziele.

Fazit

Das Mörickeluch dient im momentanen Zustand sowohl als CO2-Senke als auch als Lebensraum für gefährdete und besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten. Diesen Zustand gilt es mindestens zu erhalten. Verbesserungen sollten darauf abzielen, den Wasserstand stabil in der aktuellen Höhe zu halten. Zudem zeigt sich, dass mit dem Argument des Klimaschutzes Pflegemaßnahmen, die primär auf den Erhalt des Lebensraumes und der Arten abzielen, zusätzliches Gewicht verliehen werden kann.


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