Kopfweiden und Waldmoore – Kulturlandschaft und Klimaschutz am Beispiel des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe

Pflege- und Entwicklungsplan für Kopfweiden im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Brandenburg, Raum: Gemeinde Rühstädt

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Pflege- und Entwicklungsplan für Kopfweiden im Bisophärenreservat Flusslandschaft Elbe Brandenburg, Raum Rühstädt
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Verfasser: Lena Ali, Lena Fiechter, Margit Kirmaier, Betty Kollhoff, Carolin Schmeiß, Lars Schulz, Katharina Sellmair,Jessica Weber

Datum: 20.07.2015

Hinweis: Bei dem vorliegendem Text handelt es sich um eine Studienarbeit im Rahmen eines Studienprojektes und nicht um einen ordentlichen PEP.

Zusammenfassung

Kopfweiden im BR Flusslandschaft Elbe

Kopfweiden sind Ausdruck verschiedener Nutzungsformen von Weiden, welche die Kulturlandschaft der Prignitz über Jahrhunderte geprägt haben. Historische Nutzungen haben zu dem charakteristischen Erscheinungsbild der Landschaft, mit seinen zahlreichen Kopfweidenbeständen beigetragen. Durch Veränderungen in der wirtschaftlichen, sozialen und demografischen Entwicklung sind die historischen Nutzungen weitgehend aufgegeben worden.

Der Kopfweidenbestand ist aber auf regelmäßige Pflege und Nachpflanzungen angewiesen, um in seiner Form erhalten zu bleiben. Im Gebiet des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg (BR) wurden zuletzt 1995 Kopfweidenbestände erhoben, seitdem gab es keine systematischen Kartierungen mehr.

Daher bat das BR die Studiengruppe des Studienganges „Ökologie und Umweltplanung“ an der Technischen Universität Berlin, die vorhandenen Kopfweidenbestände zu kartieren und den aktuellen Zustand einzuordnen. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind in dem vorliegenden Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) zusammen mit dem Leitbild und der Maßnahmenplanung zusammengefasst. Aufgrund begrenzter Ressourcen bezieht sich das PEP nicht auf den gesamten Landkreis, sondern nur auf die Gemeinde Rühstädt, zu der rund 1700 des historischen Kopfweidenbestandes gehören und von denen heute noch ca. 1151 Kopfweiden vorhanden sind.

Leitbild und Zielsystem

Ausgehend von rechtlichen und planerischen Vorgaben wird das Leitbild “Landschaft mit Köpfchen“ definiert. Dieses Leitbild steht symbolhaft für den umsichtigen Umgang der Menschen der Region mit ihrem Lebensraum und den natürlichen Ressourcen. Das Leitbild thematisiert dabei sowohl die kulturellen, als auch die ökologischen Funktionen der Kopfweiden im Biosphärenreservat.

Leitlinien präzisieren das Leitbild „Landschaft mit Köpfchen“. Prägnant sind dabei die ökologische und die kulturhistorische Bedeutung von Kopfweiden für das BR Flusslandschaft-Elbe:

  • Kopfweiden sind beständiger Ausdruck von Tradition und Kultur der Prignitz
  • Kopfweiden sind charakteristisches Landschaftselement der Prignitz
  • Kopfweiden sind Lebensraum für Flora und Fauna

Formulierte Umweltqualitätsziele (UQZ) definieren das Leitliniensystem hinsichtlich der quantitativen sowie qualitativen Pflege- und Entwicklungsmöglichkeiten. Sie stellen den anzustrebenden Zustand der Kopfweiden im BR dar.

Erfassung und Bewertung

Die Erhebung der Kopfweidenbestände ist die Kombination aus der Verarbeitung bestehender Kartierungen, Fernerkundung und eigenen Kartierungen im Gelände. Dieser Ansatz stellt sicher, dass möglichst viele vorhandene Informationen in den Aufbau des Baumkatasters einfließen und diese Daten auch verifiziert werden.

Im Rahmen der eigenen Kartierung wurden im Juni 2015 Baumdaten (Vitalität, Umfang, Astumfang, Kopfhöhe) sowie verschiedene ökologische und standortspezifische Parameter erfasst. Die Auswahl der erfassten Parameter orientierte sich an den definierten Leitlinien und Fragestellungen. Außerdem wurden im Vorfeld die erhobenen Parameter von Kartierkonzepten aus anderen Regionen evaluiert und daraus eine eigene, auf das Kartiergebiet abgestimmte, Datenstruktur entwickelt

In der Kartierkampagne in der Gemeinde Rühstädt wurden insgesamt 561 Kopfweiden an 33 Standorten kartiert. Dies entspricht etwa 49% der Gesamtmenge von 1151 Kopfweiden im Gemeindegebiet.

Fazit

Die Kopfweidenbestände in der Gemeinde Rühstädt sind in weiten Teilen in einem schlechten Pflegezustand und Nachpflanzungen haben nur sporadisch in einigen Teilbereichen der Gemeinde stattgefunden. Während der Arbeit am PEP wurde diskutiert, ob sich die ökologische und kulturhistorische Bedeutung von Kopfweiden realistisch operationalisieren lassen. Letztendlich ist jedes Zielkonzept auf die Akzeptanz der lokalen Bevölkerung angewiesen. Im Idealfall sollte das Konzept Kristallisationspunkt für ohnehin vorhandene Wertschätzung der Kopfweiden sein. Während der Kartierung vor Ort zeigte sich im Gespräch mit Anwohnern und Landwirten, dass es diese Wertschätzung durchaus gibt. Oftmals zeigt sich die Wertschätzung für ein Kulturgut aber auch erst, wenn es schon weitgehend verschwunden ist. Zusammenfassend sind daher zügig Schritte zu unternehmen, die den Pflegezustand der Kopfweidenbestände substanziell verbessern.


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