Kopfweiden und Waldmoore – Kulturlandschaft und Klimaschutz am Beispiel des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe

The Impact of Peatland Restoration on the Site Hydrology of an Abandoned Block-Cut Bog - Scott J. Ketcheson & Jonathan S. Price. 2011

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Inhalt

Die Untersuchung bezieht sich auf ein Moor in Cacouna (Québec, Kanada), dessen Torf mittels Torfstich zwischen 1945 und 1975 abgetragen wurde. Typischerweise bleiben die Entwässerungssysteme auch nach der Ausbeutung der Moore erhalten, was eine natürliche Renaturierung schwierig macht und daher häufig künstliche Wiedervernässungsmaßnahmen erfordert.

Ziel der Untersuchung ist:

  • den Wasserhaushalt eines nicht mehr genutzten Moores vor und nach Wiedervernässung zu vergleichen,
  • die Auswirkung der Wiedervernässung auf die hydrologischen Bedingungen des noch vorhandenen Torfes zu beschreiben und
  • den Einfluss der Wiedervernässung auf die Wiederansiedelung von Sphagnum Moosen zu untersuchen.

Veröffentlicht wurde die Studie in Wetlands, der offiziellen wissenschaftlichen Zeitschrift der „Society of Wetland Scientists“, deren Ziel die Erhaltung, wissenschaftlich fundierte Bewirtschaftung und nachhaltige Nutzung von Feuchtgebieten in der ganzen Welt ist.

Ergebnisse

Schlussfolgerungen, die aus den Untersuchungen gezogen werden, sind, dass bauliche Wiedervernässungsmaßnahmen den Wasserhaushalt bzw. die Wasserbilanz beeinflussen und zwar dahingehend, dass die Wassermenge im System zunimmt. Zum einen ist es wichtig, die Evapotranspiration zu verringern, da das Moor über die Verdunstung Wasser verliert. Am effizientesten ist es aber den Oberflächenabfluss zu minimieren, etwa durch Dämme an den alten Drainagesystemen. Erhöht sich der Wasserpegel im Moor, nimmt die potentiell für die Wiederansiedelung von Torfmoosen geeignete Fläche zu. Weiterhin zeigte sich, dass der Oberflächenabfluss bei einem (Stark-) Regenereignis abhängt vom Wasserpegel. Ein wassergesättigtes Moor weist einen höheren Oberflächenabfluss auf, als eines mit geringerem Wasserstand. Dies ist vor allem für den Hochwasserschutz relevant.

Diskussion und Bedeutung für das Projekt

Die Übertragbarkeit der Ergebnisse muss grundsätzlich geprüft werden (das untersuchte Moor wurde nur über Niederschlagswasser gespeist), dennoch können die Ergebnisse der Untersuchung als Argument z. B. für den Einsatz baulicher Maßnahmen zur Minimierung des Oberflächenabflusses heran gezogen werden.

Darüber hinaus ist für das Management von Renaturierungsmaßnahmen (als Arbeitsfeld der Planung) wichtig zu wissen, wie viel Zeit die vollständige Erholung eines degradierten Moores benötigt. Wie nachhaltig Maßnahmen zur Renaturierung umgesetzt bzw. eingehalten werden, müsste weiter recherchiert und untersucht werden.


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