Kopfweiden und Waldmoore – Kulturlandschaft und Klimaschutz am Beispiel des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe

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 Prägend für das heutige Relief der Flusslandschaft Elbe sind die Eiszeiten. Spuren älterer Eiszeiten, z.B. der Elstereiszeit vor ca. 350000 Jahren, wurden von weiteren Eiszeiten überprägt. Die Saaleeiszeit vor ca. 230000 Jahren hinterließ eine hügelige Endmoränenlandschaft,​ die Weichseleiszeit vor ca. 12000 Jahren durch das Abfließen des Schmelzwassers Richtung Nordsee das Elbe-Urstromtal (HOHL 1987). Nach dem Abschmelzen des Eises setzte die Bewaldung ein, anfangs mit Pionierarten wie Birken und Kiefern, später mit Eichen, Ulmen und Rotbuchen. ​ Prägend für das heutige Relief der Flusslandschaft Elbe sind die Eiszeiten. Spuren älterer Eiszeiten, z.B. der Elstereiszeit vor ca. 350000 Jahren, wurden von weiteren Eiszeiten überprägt. Die Saaleeiszeit vor ca. 230000 Jahren hinterließ eine hügelige Endmoränenlandschaft,​ die Weichseleiszeit vor ca. 12000 Jahren durch das Abfließen des Schmelzwassers Richtung Nordsee das Elbe-Urstromtal (HOHL 1987). Nach dem Abschmelzen des Eises setzte die Bewaldung ein, anfangs mit Pionierarten wie Birken und Kiefern, später mit Eichen, Ulmen und Rotbuchen. ​
  
-Erste Spuren menschlicher Tätigkeit im Gebiet stammen aus der mittleren bzw. jüngeren Steinzeit (ca. 8000 v. Chr.). Sie zeugen von der Sesshaftwerdung sowie von Ackerbau und Viehzucht. Um sich vor den Elbe-Hochwässern zu schützen wurden ausschließlich erhöhte Sanddünen besiedelt (SCHULTZE 1956). Nach mehreren Jahrtausenden mit teilweiser Entvölkerung des Gebietes u.a. durch klimatische Veränderungen,​ begann im 8. Jh. erneut die Besiedlung des Gebietes durch die Slawen (siehe Abb. 1). Die Auenniederungen der Elbe wurden hierbei gemieden und bildeten die Grenze der slawischen Siedlungen zu denen der Deutschen. Es folgten Jahrhunderte mit kriegerischen Auseinandersetzungen,​ die die Deutschen schließlich im 12. Jh. für sich entschieden. Sie brachten Siedler u.a. aus Holland und Friesland mit, die mit ihrem Fachwissen die Elbe eindeichten und die Niederungen trockenlegten und in Ackerland verwandelten (VEB FORSTPROJEKTIERUNG POTSDAM 1976). Trotz des aufwändigen Deichbaus, für den viel Wald gerodet wurde, änderte sich der Verlauf der Elbe oft. Dörfer verschwanden dadurch und mussten neu aufgebaut werden, die Landwirtschaft folgte ebenfalls dem Flussverlauf,​ wobei die Niederungen meist als Weidelanddie Hochflächen als Acker genutzt wurden. Wald und andere schützende Vegetation war in der Landschaft nur noch selten vorhanden, wodurch der Boden durch Deflation und Auswaschung immer mehr degradiert wurde. Dies und die im Mittelalter einsetzende Pest hatten zur Folge, dass wieder große Teile der Landschaft entvölkert wurden (VEB FORSTPROJEKTIERUNG POTSDAM 1976). Erst ab ca. 1720 begann man wieder mit der Aufforstung zur Erosionsvermeidung. Auch in der Folge wurde durch die Trennung von Land- und Forstwirtschaft kaum noch Wald gerodet, vielmehr fanden weitere Aufforstungen statt. Mit Beginn des 20. Jh. war deshalb die heutige Wald-Feld-Verteilung größtenteils herausgebildet. (MLUR 2002: 22). Nach dem zweiten Weltkrieg nahm in der DDR die Intensität der landwirtschaftlichen Flächennutzung zu. Die Zusammenlegung von Betrieben zu LPGen, der Einsatz von großen Maschinen und die Spezialisierung der Bewirtschaftung hatten zur Folge, dass in großem Umfang Feldgehölze gerodet, Flussläufe begradigt, Feuchtgebiete trockengelegt,​ Flussmündungen verlegt und Grün- in Ackerflächen umgewandelt wurden. Waldflächen wurden mit Monokulturen aufgeforstet und gedüngt. Zudem führte die Lage des Gebietes an der innerdeutschen Grenze zu einer teilweisen Entvölkerung ganzer Dörfer. Im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR wurde am 16. März 1990 die Einrichtung des Naturschutzparks Mecklenburgisches Elbtal festgelegt. So sollten großflächige Landschaften geschützt werden (MLUR 2002: 22). Seitdem gab es keine nennenswerten großflächigen Eingriffe in Natur und Landschaft, deshalb soll nun ein kurzer Überblick über die aktuelle naturräumliche Gliederung gegeben werden. ​+Erste Spuren menschlicher Tätigkeit im Gebiet stammen aus der mittleren bzw. jüngeren Steinzeit (ca. 8000 v. Chr.). Sie zeugen von der Sesshaftwerdung sowie von Ackerbau und Viehzucht. Um sich vor den Elbe-Hochwässern zu schützen wurden ausschließlich erhöhte Sanddünen besiedelt (SCHULTZE 1956). Nach mehreren Jahrtausenden mit teilweiser Entvölkerung des Gebietes u.a. durch klimatische Veränderungen,​ begann im 8. Jh. erneut die Besiedlung des Gebietes durch die Slawen (siehe Abb. 1). Die Auenniederungen der Elbe wurden hierbei gemieden und bildeten die Grenze der slawischen Siedlungen zu denen der Deutschen. Es folgten Jahrhunderte mit kriegerischen Auseinandersetzungen,​ die die Deutschen schließlich im 12. Jh. für sich entschieden. Sie brachten Siedler u.a. aus Holland und Friesland mit, die mit ihrem Fachwissen die Elbe eindeichten und die Niederungen trockenlegten und in Ackerland verwandelten (VEB FORSTPROJEKTIERUNG POTSDAM 1976). Trotz des aufwändigen Deichbaus, für den viel Wald gerodet wurde, änderte sich der Verlauf der Elbe oft. Dörfer verschwanden dadurch und mussten neu aufgebaut werden. Die Landwirtschaft folgte ebenfalls dem Flussverlauf,​ wobei die Niederungen meist als Weideland ​und die Hochflächen als Acker genutzt wurden. Wald und andere schützende Vegetation war in der Landschaft nur noch selten vorhanden, wodurch der Boden durch Deflation und Auswaschung immer mehr degradierte. Dies und die im Mittelalter einsetzende Pest hatten zur Folge, dass wieder große Teile der Landschaft entvölkert wurden (VEB FORSTPROJEKTIERUNG POTSDAM 1976). Erst ab ca. 1720 begann man wieder mit der Aufforstung zur Erosionsvermeidung. Auch in der Folge wurde durch die Trennung von Land- und Forstwirtschaft kaum noch Wald gerodet, vielmehr fanden weitere Aufforstungen statt. Mit Beginn des 20. Jh. war deshalb die heutige Wald-Feld-Verteilung größtenteils herausgebildet. (MLUR 2002: 22). Nach dem zweiten Weltkrieg nahm in der DDR die Intensität der landwirtschaftlichen Flächennutzung zu. Die Zusammenlegung von Betrieben zu LPGen, der Einsatz von großen Maschinen und die Spezialisierung der Bewirtschaftung hatten zur Folge, dass in großem Umfang Feldgehölze gerodet, Flussläufe begradigt, Feuchtgebiete trockengelegt,​ Flussmündungen verlegt und Grün- in Ackerflächen umgewandelt wurden. Waldflächen wurden mit Monokulturen aufgeforstet und gedüngt. Zudem führte die Lage des Gebietes an der innerdeutschen Grenze zu einer teilweisen Entvölkerung ganzer Dörfer. Im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR wurde am 16. März 1990 die Einrichtung des Naturschutzparks Mecklenburgisches Elbtal festgelegt. So sollten großflächige Landschaften geschützt werden (MLUR 2002: 22). Seitdem gab es keine nennenswerten großflächigen Eingriffe in Natur und Landschaft, deshalb soll nun ein kurzer Überblick über die aktuelle naturräumliche Gliederung gegeben werden. ​
  
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