Kopfweiden und Waldmoore – Kulturlandschaft und Klimaschutz am Beispiel des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe

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-=======Typisierung von Mooren======= 
  
  
-===Einleitung=== 
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-Moore leisten durch die Festlegung von atmosphärischem Kohlenstoffdioxid in unvollständig zersetzten Pflanzenresten,​ genannt Torf, einen wichtigen Beitrag in Sachen Klimaschutz. 
-Ihre Entstehung erfolgt dabei sehr unterschiedlich:​ Hochmoore werden durch den Niederschlag von oben gebildet und sind deswegen sehr nährstoffarm. Niedermoore dagegen haben einen hohen Nährstoffgehalt,​ auf Grund ihrer Speisung durch Grundwasser und der damit verbundenen Verbindung mit dem Mineralboden. Außerdem gibt es noch eine Zwischenform,​ das Übergangsmoor. Dieses entsteht, wenn ein Niedermoor seiner natürlichen Entwicklung überlassen und die Vegetation soweit nach oben wächst, bis keine Verbindung zum Grundwasser mehr besteht und ein Hochmoor daraus wird. In Abhängigkeit von der Entwicklung der einzelnen Moortypen, siedelt sich die dementsprechende Flora und Fauna auf dem jeweiligen Standort an. 
-Mit einem Moorflächenanteil von 4% ist Deutschland eines der moorreichen Länder der Erde und somit auf Platz 19 der Weltrangliste (SRU). ​ 
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-===Definition=== 
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-Moore sind wassergeprägte,​ schwammige Lebensräume,​ die eine torfbildende Vegetation aufweisen. Die Torfbildung wird durch einen Mangel an Sauerstoff begünstigt. Pflanzenreste werden nur teilweise und langsamer zersetzt, als neue organische Substanz produziert wird. Der daraus entstehende Kohlenstoff wird in Form von Torf festgelegt. Durch diesen Prozess gelten sie als kohlenstoffreichste Böden der Welt und leisten durch somit einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz. ​ Ein Moor besteht aus einer mindestens 30 cm mächtigen Torfschicht,​ wobei der Anteil an pflanzlichen Materialien wenigstens 15%  bis 30 % betragen muss. 
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-===Entstehung=== 
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-In ihrer Entstehung werden Moore durch verschiedene Faktoren beeinflusst:​ Klima, Relief, Geologie sowie Wasser- und Stoffhaushalt (BFN 2011). 
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-Bezugnehmend zu der Herkunft des Wassers, aus welchem diese Ökosysteme gespeist werden können, erfolgen drei Kategorien: 
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-• Hochmoor 
-• Niedermoor 
-• Zwischenmoor (BFN 2011) 
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-==Hochmoor== 
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-Diese Form der Moore entstehen in kühlen und feuchten Gebieten durch einen Überschuss an Regenwasser (ombrogen), weswegen sie auch den Beinamen Regenmoore tragen. 
-Hochmoore entstehen, wenn torfbildende Pflanzen (zum Beispiel Torfmoose) auf grundwassergenährten Moorflächen soweit in die Höhe wachsen, dass keine Verbindung mehr zu den Mineralböden bestehen und ausschließlich von Regenwasser genährt werden müssen. Durch die fehlende Verbindung zum Grundwasser oder anderen Gewässern, kann kein Ionenaustausch mit dem Mineralboden stattfinden. Aus diesen Gründen sind sie recht nährstoffarm (oligotroph) und haben einen eher sauren ph-Wert zwischen 3 und 5 (BFN 2011). Pflanzen müssen an extreme Bedingungen wie ein saures Millieu angepasst sein, um unter diese Orte zu besiedeln. Torfmoose speichern das 30-fache ihrer Trockenmasse an Wasser, um den geringen Nährstoffbedrf decken zu können (BFN 2011). Auf Grund der torfbildenden Vegetation der Hochmoore, kann die Zunahme der Torfschicht nur nach oben geschehen. Der Grundwasserspiegel eines Hochmoores liegt deutlich über dem der umliegenden Umgebung. 
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-==Niedermoor== 
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-Niedermoore werden vom Grundwasser gespeist (topogen) und entstehen in Senken, Mulden oder Flussniederungen und Quellaustritten (BUND 2010). In Abhängigkeit von nährstoffreichem Grund-, Quell-, oder Sickerwasser sinken die teilweise unter anaeroben Bedingungen zersetzen Pflanzenteile auf den Gewässergrund,​ wodurch im Laufe der Zeit eine Torfschicht entsteht. Die Torfschicht der Niedermoore wird unter Zufuhr von Mineralen durch Grund- und Oberflächenwasser gebildet und liegt direkt auf dem Mineralboden auf. Die Oberfläche des Niedermoores liegt auf Höhe des Grundwasserspiegels. Der pH-Wert liegt zwischen 3,5 und 7. 
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-==Zwischenmoor== 
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-Als Zwischen- oder Übergangsmoor bezeichnet man das Stadium zwischen Hoch- und Niedermoor. Es wird aus Grund- sowie Niederschlagswasser gespeist und kann sich bei stärkeren Niederschlägen auch zu einem Hochmoor entwickeln. Die Vegetation setzt sich dabei aus denen der anderen Moorformen zusammen. Sie werden durch Seggen- und Binsenarten gekennzeichnet und und weisen desweiteren Zeigerarten wie Fieberklee (Menyanthes trifoliata) und Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris) auf. 
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-===Flora und Fauna=== 
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-Torf ist die Bezeichnung für eine im Wasser entstandene mineralarme Humusform (COLDITZ 1994). Durch eine jahrhundertelange unvollständige Zersetzung von Pflanzenresten wird der Kohlenstoff in Form von Torf konserviert. Durch andauernde stehende Nässe entstehen anaerobe Bedingungen,​ wodurch Abbauprozesse stark verzögert werden und bis zu 1 mm Torf pro Jahr neu gebildet wird. 
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-Abhängig vom jeweiligen Moortyp ist auch die Vergesellschaftung der Tier- und Pflanzenarten. Jedoch dienen Moore auf Grund ihrer extremen Standortbedingungen in Bezug auf Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie ablaufender Bodenreaktionen nur hochspezialisierten Arten als Lebensraum. Außerhalb dieser Gebiete sind sie jedoch durch ihre hohe Spezialisierung nicht konkurrenzfähig und dadurch nur selten zu finden. Auch die Vielfalt der Lebensgemeinschaften unterscheidet sich stark: Während tropische Moore ein sehr hohes Artenaufkommen aufweisen können, sind in europäischen Gebieten eher weniger aber dafür um so seltenere Arten an Tieren und Pflanzen aufzufinden. Bespiele laut BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ sind Arten wie die Zwerg-Birke (Betula nana) und Sumpfcalla (Calla pallustris)oder der Hochmoor-Laufkäfer (Carabus menetriesi) und die Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arktica). 
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-===Moore in Deutschland=== 
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-Der Anteil der Moorflächen in Deutschland beträgt nach SUCCOW UND JOOSTEN 4% was einer Gesamtfläche von 14.190 qkm entspricht. Hauptsächlich findet man sie in Norddeutschland sowie im Alpenvorland. Im nord-westlichen Tiefland sind Hoch- und Niedermoore zu nahezu gleichen Teilen, wogegen im östlichen Teil eher Niedermoore anzutreffen sind (SCHOPP-GUTH 1999). 
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-Nord-Westdeutsches Tiefland (Hoch- und Niedermoore zu ähnlichen Anteilen) ​ 
-Nord-Ostdeutsches Tiefland (vor allem Niedermoore) ​ 
-Mittelgebirge (kleinflächig,​ vor allem Niedermoore) ​ 
-Alpenvorland (ca. 70 % Nieder- und 30 % Hochmoore) 
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-Abbildung 1: Karte zur Lage und Verteilung der Moore in Deutschland 
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-In Brandenburg existieren nur noch 210.000 ha Moorfläche von einst 300.000 ha. Die Hauptursache dafür sind Entwässerungsmaßnahmen zum Zwecke der Landwirtschaft. 75% der der Moore in Brandenburg werden landwirtschaftlich genutzt, wobei 65% der gesamten Grünlandnutzung auf Moorflächen ausgeübt wird (LANDESUMWELTAMT BRANDENBURG 2010). Ca. 15,4 Mio Tonnen m3 Torf werden jährlich entwässert,​ wodurch ein Vielfaches an Speicherkapazität für Wasser und Kohlenstoff verloren geht. 
-Ein Großteil der Moore in Brandenburg sind flachgründige Versumpfungsmoore,​ die zu den Niedermooren gehören. ​ 
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-===Literaturverzeichnis=== 
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-BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (Hrsg.) (2011): Moore - Entstehung, Zustand, Biodiversität. Online im Internet unter: http://​www.bfn.de/​0311_moore- entstehung-zustand.html [Zuletzt abgerufen am:​27.10.14] 
-LANDESUMWELTAMT BRANDENBURG (Hrsg.) (2010): Moore in Brandenburg. Online im Internet unter: http://​www.lugv.brandenburg.de/​cms/​media.php/​lbm1.a.3310.de/​moore3 _4_2010.pdf[Zuletzt abgerufen am:​27.10.14] 
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-SACHVERSTÄNDIGENRAT FÜR UMWELTFRAGEN (Hrsg.) (2012): Umweltgutachen 2012, Verantwortung in einer begrenzten Welt. Online im Internet unter: http:/​ /​www.umweltrat.de/​SharedDocs/​Downloads/​DE/​01_Umweltgutachten/​201 2_06_ 04_Umweltgutachten_HD.pdf?​__blob=publicationFile[Zuletzt abgerufen am: 19.02.15] 
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-SUCCOW, M. &  JOOSTEN,H. (2001): Landschaftsökologische Moorkunde. E. Schweizerbart´sche Verlagsbuchhandlung,​ Stuttgart. 
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-SCHOPP-GUTH,​ A. (1999): Renaturierung von Mooren. Landwirtschaftsverlag 
-BUND FÜR UMWELT UND NATURSCHUTZ DEUTSCHLAND (Hrsg.) (2010): Moorschutz - ein Beitrag zum Klima- und Naturschutz. Online im Internet unter: http://​www.bund.net/​fileadmin/​bundnet/​publikationen/​naturschutz/​20100 420_naturschutz_moorschutz_standpunkt.pdf[ Zuletzt abgerufen am: 27.10.14] ​ 
  
  

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